ArLan

Ein Überblick über Aktivitäten und Vorträge

 

 

Freitag, 8. September 2017

Geschichtlicher Streifzug durch den südlichen Teil des Landkreises Landshut

Vortrag: Hans Jell

Der 2. Vorsitzende des Archäologischen Vereins ArLan, Hans Jell, bekannt durch seine hervorragenden Vorträge, die sich schwerpunktmäßig mit der Entwicklung des südlichen Landkreises Landshut auseinandersetzen, ging mit seinem neuesten Vortrag auf das Werden der Orte Altfraunhofen, Geisenhausen, Baierbach, Neufraunhofen, Velden und Wurmsham ein. Wieder hat er akribisch in den Archiven des Landkreises geforscht. Er zeigte anhand von Urkunden und archäologischen Nachweisen auf, wie diese Orte sich im Laufe vieler Jahrhunderte entwickelt und welche Rolle dabei die Edelsitze in dieser Region gespielt haben.

 

 

Freitag, 11. August 2017

Die Votivfundes aus St. Corona in Altenkirchen, Markt Frontenhausen

Vortrag: Dr. Ludwig Kreiner ehemaliger Kreisarchäologe aus Dingolfing-Landau.

Im verregneten Sommer 2003 entdeckte man bei Arbeiten  in den Gewölbezwickeln über der Sakristei in der ehemaligen Wallfahrtskirche St.Corona in Altenkirchen im ehemaligen Landkreis Vilsbiburg eine enorm große Menge an Votivgaben aus Ton, Holz und Stoff. Sie waren hier pietätvoll „entsorgt“ worden und in zwei Wochen unter der Leitung der Kreisarchäologie Dingolfing-Landau von insgesamt 22 „Urlaubsarchäologen“ geborgen worden.
Der damalige Kreisarchäologe Ludwig Kreiner hat über diese besondere „Ausgrabung“ und  deren Funde referiert.

 

 

Freitag, 9. Juni 2017

Nicht nur Rauch und Feuer - Die Urnenfelderzeit in Ostbayern

Vortrag Dr. Joachim Zuber, Kreisarchäologe Kelheim

Im 13. Jahrhundert vor Christus ändern sich in Süddeutschland scheinbar schlagartig die Bestattungssitten: Die Toten werden beinahe ausnahmslos verbrannt, ihre sterblichen Überreste in Urnen der Erde anvertraut. Die oft mehrere hundert Gräber umfassenden großen Friedhöfe der Zeit zwischen 1200 und 800 v. Chr. haben ihr die Bezeichnung Urnenfelderzeit eingebracht. Sie ist die am weitesten verbreitete mitteleuropäische Kultur der Späten Bronzezeit. Die archäologischen Hinterlassenschaften dieser Epoche sind in Ostbayern zahlreich vertreten.

Sie stellt die Endphase der bronzezeitlichen Kulturentwicklung in Süddeutschland dar. Ihr Beginn ist mit wichtigen technischen Neuerungen verbunden und lässt deutlicher als in der vorhergehenden mittleren Bronzezeit soziale Differenzierung erkennen. Während des gesamten Zeitraumes sind weitreichende überregionale Kontakte fassbar. Die Ergebnisse von Ausgrabungen der letzten 30 Jahre in Ostbayern haben ein umfassendes Bild dieses Zeitabschnitts entstehen lassen. Der Vortrag versuchte anhand dieser Ergebnisse den derzeitigen Kenntnisstand zusammenzufassen. Er soll den Blick über die typischen Bestattungssitten hinaus lenken und mit Erkenntnissen über Siedlungs- und Gebäudeformen, Wirtschaftsweise und Hinweisen auf Glaubensvorstellungen der damaligen Menschen ergänzen.

 

 

Freitag, 12. Mai 2017

Zwischen Römerzeit und Frühmittelalter. Das Gräberfeld Altheim-Andreasweg

Vortrag: Dr. des. Johannes Sebrich M.A., Ludwig-Maximilians-Universität München

Zwischen 1989 und 1992 fanden im Vorfeld von Baumaßnahmen in Altheim bei St. Andreas umfangreiche Rettungsgrabungen statt. Neben vorgeschichtlichen Siedlungsspuren kamen die Reste einer römischen villa rustica sowie über 400 Bestattungen eines großen Reihengräberfelds des frühen Mittelalters zu Tage. Ursprünglich dürfte der Bestattungsplatz wohl ca. 1.000 Gräber gezählt haben und gehört somit zu den größten frühmittelalterlichen Gräberfeldern Bayerns. Im Rahmen einer Dissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität München wurden nun alle Gräber und deren Grabfunde vollständig vorgelegt und wissenschaftlich bearbeitet. Die chronologische Analyse der fast 3.000 Glasperlen sowie zahlreiche Radiokarbonanalysen haben gezeigt, dass Altheim den bisher frühesten Nachweis eines Reihengräberfeldes in Altbayern darstellt. Der Vortrag gewährte daher nicht nur einen Überblick über die Gräber und Grabfunde sondern thematisierte auch den Übergang von der Antike zum Mittelalter in der Provinz Raetia secunda am Beispiel von Altheim.

 

 

Freitag, 7. April 2017

Männer -  wo sind sie geblieben?

Vortrag: Frau Dr. Silvia Codreanu-Windauer, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Dienststelle Regensbg

In dem Vortrag ging es um mehrere Grabgruppen des 5. und 6. Jahrhunderts aus Burgweinting bei Regensburg. Sie stehen zum einen im Kontext der Völkerwanderungszeit, also jener unruhigen Zeit des Umbruchs zwischen dem Ende römischer Herrschaft  und der  Etablierung germanischer Königreiche. Damit stellt sich die Frage nach den germanischen Einwanderern und ihrem Umfeld. Moderne  naturwissenschaftliche Analysen eröffnen ganz neue Möglichkeiten diese Einwanderungsprozesse zu beurteilen.

Zum anderen stellte der Vortrag auch eine weitere Grabgruppe von vornehmlich reichen Frauenbestattungen vor, die im Umfeld  des bayerischen Herzogs anzusiedeln sind. Die anthropologische Bestimmung dieser Gräber wirft eine Reihe von Fragen auf, u.a. wo wohl die Männer bestattet wurden.

 

 

10. März 2017

Vortrag: Peter Geldner

Spurensuche nach den römischen Militärstraßen im Landkreis Landshut (Teil 2)

Im Anschluss an die Hauptversammlung informiert der Referent über das weitere Vorgehen auf der Suche nach den römischen Straßen.  Basis für die Arbeit ist der Eintrag von Laserscanaufnahmen und die darin erkennbaren Altwege in ein geographisches Informationssystem. Damit erhält man einen räumlichen Überblick über einen möglichen Trassenverlauf der Straßen, dem es dann im Gelände nachzugehen gilt.
Gemeinsam mit den Vereinsfreunden Siegfried Ramsauer und Rupert Wimmer wurde im vergangenen Jahr das an Mirskofen nordöstlich liegende Waldstück systematisch abgewandert. Dabei wurden vielversprechende Hinweise gefunden, über die berichtet wurde. In einem weiteren Teil der PowerPoint-Präsentation wurde dargestellt, wie sich mit dem Eintrag von Ortsnamen und Ortsdaten in das angesprochene System großartige Erkenntnisse über die Entwicklung unserer Heimat seit der Jungsteinzeit nachvollziehen lassen.
Am Ende des Vortrags wurden Aufnahmen gezeigt, die mit dem vereinseigenen Multikopter gewonnen wurden. Ungewöhnliche Perspektiven und phantastische Aufnahmen hat Siegfried Ramsauer damit eingefangen. Dieses „fliegende Objektiv“ ist ein weiteres modernes Hilfsmittel für den Einsatz in der Archäologie, auf welches in dem Vortrag eingegangen wurde.

 

 

10. Februar 2017

Vortrag: Monika Weigl

Gebrannter Ton
Gefäße und ihre Funktion

In der Archäologie werden Zeitepochen nach Funden bestimmt und benannt. So dienen Material, Form und Dekor als entscheidende Kriterien um sie einer genauen Zeit oder Gruppe zuzuordnen.
Meistens geschieht dies durch Keramikscherben oder auch glücklicherweise komplett unzerbroche erhaltene Gefäße. Viele der Namen leiten sich von den Verzierungen ab. Als Beispiel sei die Bezeichnung der Stichbandkeramik, einer jungsteinzeitlichen Gruppe vor rund  6900 – 6500 Jahren genannt, deren Töpfer ihre Waren formten und mit bänderartigen oder flächendeckenden eingestochenen Mustern verzierten.
Sehr viel schwieriger ist es die Verwendung der Keramikgefäße zu deuten, denn diese ist leider nur selten auf Anhieb ersichtlich. Zudem sind selten komplette Töpfe oder Schüsseln vorhanden, meisten wird aus z.B. der Wanddicke, des Bodens und der Mündung von Scherben auf die Funktion geschlossen.
Im Vortrag wurden Beispiele gezeigt, welche sich als Vorratsgefäße, als Kochtöpfe, Essgeschirr oder sogar in den kultischen Bereich, einordnen lassen und so den Unterschied von „Alltag-Festtag-Gebrauchskeramik“ deutlich machen.

 

13. Januar 2017

Vortrag: Thomas Richter

Eine Stadt aus dem nichts? - Die früh- und hochmittelalterliche Besiedlung der Region Landshut im Lichte archäologischer Ausgrabungen.

Bestattung einer Bäuerin aus ErgoldingNachdem Ludwig der Kelheimer 1204 Landshut gegründet hatte erlebte die Stadt einen raschen Aufschwung der sich nicht zuletzt in mehreren Stadterweiterungen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts ausdrückt. Rückblickend stellt sich unweigerlich die Frage, woher die Menschen kamen, die sich in der neuen Stadt niederließen.

Goldener OhrringBeim Blick zurück in die Geschichte neigen wir heute manchmal zur Bildung eines romantischen Zerrbildes. Wir stellen uns die Landschaften naturbelassen, die Wälder dicht und die Gegend dünn besiedelt vor. In den wenigen Siedlungen – so mutmaßen wir – lebten die Menschen ein karges bäuerliches Leben in dessen Verlauf sie sich selten weiter als einen Steinwurf von ihrem Hof entfernten.

Wie uns archäologische Funde zeigen, hat dieses Bild wenig mit der historischen Wirklichkeit zu tun. Tatsächlich fand Ludwig der Kelheimer zum Zeitpunkt der Stadtgründung im Landshuter Raum keinen dichten Urwald vor. Vielmehr zeigen uns archäologische Funde, dass der Landshuter Raum bereits vor der Stadtgründung Landshuts dicht besiedelt war. Hier, wo sich bereits zur Römerzeit zwei wichtige überregionale Militärstraßen kreuzten, finden wir Spuren eines komplexen Siedlungssystems in dem es einen überregional bedeutenden Zentralort mit weitreichenden Handelsbeziehungen, ländliche Siedlungen und autarke landwirtschaftliche Höfe gab.

Wie also sah es im Raum Landshut vor dem Werden der Stadt Landshut aus und welche Strukturen bestanden und begünstigten das Wachsen der neuen Wittelsbacher Stadt an der Isar? Diesen Fragen versucht sich der Vortrag mit Hilfe archäologischer Funde anzunähern.

Abbildungen:
Beide Abbildungen: Th. Richter
Bild rechts: Bestattung einer reichen Bäuerin aus Ergolding. Um 700 n. Chr.
Bild links: Etwa einen Zentimeter großer, goldener Ohrring aus einem bajuwarischen Gräberfeld von Ast.

 

1. Januar 2017

Neujahrswanderung mit dem Bruckberger Heimatforscher Vitus Lechner

Geschichten über Ausgrabungen, Sagen und alte Gebäude zwischen Isareck und Dürnseiboldsdorf

Vom majestätischen Grafen-Schloss Isareck auf den Spuren von Altstraßen, an geschichtsreichen Wegkreuzen, verborgenen Hügelgräbern im langgezogenen Wald führte der Weg zu einer alten Kirche in einem aussichtsreichen Dorf mit denkmalgeschütztem Getreidespeicher. Gestärkt mit einem kleinen Imbiss führte der Rundweg über ein ehemaliges altbayrisches Herrschaftsgebiet, gespickt mit vielen alten Sagen und einer ehemaligen Richtstätte.

 

 

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