ArLan

Ein Überblick über Aktivitäten und Vorträge

 

10. März 2017

Vortrag: Peter Geldner

Spurensuche nach den römischen Militärstraßen im Landkreis Landshut (Teil 2)

Im Anschluss an die Hauptversammlung informiert der Referent über das weitere Vorgehen auf der Suche nach den römischen Straßen.  Basis für die Arbeit ist der Eintrag von Laserscanaufnahmen und die darin erkennbaren Altwege in ein geographisches Informationssystem. Damit erhält man einen räumlichen Überblick über einen möglichen Trassenverlauf der Straßen, dem es dann im Gelände nachzugehen gilt.
Gemeinsam mit den Vereinsfreunden Siegfried Ramsauer und Rupert Wimmer wurde im vergangenen Jahr das an Mirskofen nordöstlich liegende Waldstück systematisch abgewandert. Dabei wurden vielversprechende Hinweise gefunden, über die berichtet wurde. In einem weiteren Teil der PowerPoint-Präsentation wurde dargestellt, wie sich mit dem Eintrag von Ortsnamen und Ortsdaten in das angesprochene System großartige Erkenntnisse über die Entwicklung unserer Heimat seit der Jungsteinzeit nachvollziehen lassen.
Am Ende des Vortrags wurden Aufnahmen gezeigt, die mit dem vereinseigenen Multikopter gewonnen wurden. Ungewöhnliche Perspektiven und phantastische Aufnahmen hat Siegfried Ramsauer damit eingefangen. Dieses „fliegende Objektiv“ ist ein weiteres modernes Hilfsmittel für den Einsatz in der Archäologie, auf welches in dem Vortrag eingegangen wurde.

 

 

10. Februar 2017

Vortrag: Monika Weigl

Gebrannter Ton
Gefäße und ihre Funktion

In der Archäologie werden Zeitepochen nach Funden bestimmt und benannt. So dienen Material, Form und Dekor als entscheidende Kriterien um sie einer genauen Zeit oder Gruppe zuzuordnen.
Meistens geschieht dies durch Keramikscherben oder auch glücklicherweise komplett unzerbroche erhaltene Gefäße. Viele der Namen leiten sich von den Verzierungen ab. Als Beispiel sei die Bezeichnung der Stichbandkeramik, einer jungsteinzeitlichen Gruppe vor rund  6900 – 6500 Jahren genannt, deren Töpfer ihre Waren formten und mit bänderartigen oder flächendeckenden eingestochenen Mustern verzierten.
Sehr viel schwieriger ist es die Verwendung der Keramikgefäße zu deuten, denn diese ist leider nur selten auf Anhieb ersichtlich. Zudem sind selten komplette Töpfe oder Schüsseln vorhanden, meisten wird aus z.B. der Wanddicke, des Bodens und der Mündung von Scherben auf die Funktion geschlossen.
Im Vortrag wurden Beispiele gezeigt, welche sich als Vorratsgefäße, als Kochtöpfe, Essgeschirr oder sogar in den kultischen Bereich, einordnen lassen und so den Unterschied von „Alltag-Festtag-Gebrauchskeramik“ deutlich machen.

 

13. Januar 2017

Vortrag: Thomas Richter

Eine Stadt aus dem nichts? - Die früh- und hochmittelalterliche Besiedlung der Region Landshut im Lichte archäologischer Ausgrabungen.

Bestattung einer Bäuerin aus ErgoldingNachdem Ludwig der Kelheimer 1204 Landshut gegründet hatte erlebte die Stadt einen raschen Aufschwung der sich nicht zuletzt in mehreren Stadterweiterungen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts ausdrückt. Rückblickend stellt sich unweigerlich die Frage, woher die Menschen kamen, die sich in der neuen Stadt niederließen.

Goldener OhrringBeim Blick zurück in die Geschichte neigen wir heute manchmal zur Bildung eines romantischen Zerrbildes. Wir stellen uns die Landschaften naturbelassen, die Wälder dicht und die Gegend dünn besiedelt vor. In den wenigen Siedlungen – so mutmaßen wir – lebten die Menschen ein karges bäuerliches Leben in dessen Verlauf sie sich selten weiter als einen Steinwurf von ihrem Hof entfernten.

Wie uns archäologische Funde zeigen, hat dieses Bild wenig mit der historischen Wirklichkeit zu tun. Tatsächlich fand Ludwig der Kelheimer zum Zeitpunkt der Stadtgründung im Landshuter Raum keinen dichten Urwald vor. Vielmehr zeigen uns archäologische Funde, dass der Landshuter Raum bereits vor der Stadtgründung Landshuts dicht besiedelt war. Hier, wo sich bereits zur Römerzeit zwei wichtige überregionale Militärstraßen kreuzten, finden wir Spuren eines komplexen Siedlungssystems in dem es einen überregional bedeutenden Zentralort mit weitreichenden Handelsbeziehungen, ländliche Siedlungen und autarke landwirtschaftliche Höfe gab.

Wie also sah es im Raum Landshut vor dem Werden der Stadt Landshut aus und welche Strukturen bestanden und begünstigten das Wachsen der neuen Wittelsbacher Stadt an der Isar? Diesen Fragen versucht sich der Vortrag mit Hilfe archäologischer Funde anzunähern.

Abbildungen:
Beide Abbildungen: Th. Richter
Bild rechts: Bestattung einer reichen Bäuerin aus Ergolding. Um 700 n. Chr.
Bild links: Etwa einen Zentimeter großer, goldener Ohrring aus einem bajuwarischen Gräberfeld von Ast.

 

1. Januar 2017

Neujahrswanderung mit dem Bruckberger Heimatforscher Vitus Lechner

Geschichten über Ausgrabungen, Sagen und alte Gebäude zwischen Isareck und Dürnseiboldsdorf

Vom majestätischen Grafen-Schloss Isareck auf den Spuren von Altstraßen, an geschichtsreichen Wegkreuzen, verborgenen Hügelgräbern im langgezogenen Wald führte der Weg zu einer alten Kirche in einem aussichtsreichen Dorf mit denkmalgeschütztem Getreidespeicher. Gestärkt mit einem kleinen Imbiss führte der Rundweg über ein ehemaliges altbayrisches Herrschaftsgebiet, gespickt mit vielen alten Sagen und einer ehemaligen Richtstätte.

 

 

zum Seitenanfang